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Blasensteine

Blasensteine sind Harnsteine, die sich in der Harnblase befinden. Primäre Blasensteine sind dort entstanden, sekundäre Blasensteine stammen aus der Niere. Der übergreifende medizinische Fachbegriff für Harnsteinleiden ist Urolithiasis; Blasensteine werden speziell als Cystolithiasis bezeichnet. 

Fast 5 % der Deutschen leiden an Harnsteinen. Daran haben Blasensteine aber nur einen sehr kleinen Anteil; die meisten Harnsteine finden sich in der Niere.

Im Vergleich mit den durch Nierensteine ausgelösten fürchterlichen Koliken sind Blasensteine oft unproblematisch. Selbst größere Blasensteine können lange unbemerkt bleiben und werden nur zufällig bei Untersuchungen entdeckt, die eigentlich aus anderen Gründen stattfinden. Mitunter fällt den Betroffenen Blut im Urin auf. Reizt ein Stein die Blasenwand oder verlegt den Ausgang zur Harnröhre, resultieren Schmerzen im Unterleib und Beschwerden beim Wasserlassen.

Harnsteine sind kleine Kristalle oder größere Konglomerate, die durch die Auskristallisierung von im Urin gelösten Stoffen entstehen. Dazu kommt es, wenn der Urin diese Stoffe in erhöhten Konzentrationen enthält, oder wenn die Kapazität des Urins, diese Stoffe zu lösen, verringert ist.

Harnsteine können aus unterschiedlichen Substanzen bestehen, die meisten sind an sich ganz normale Bestandteile des Urins. Über 80 % aller Harnsteine bestehen aus Calciumoxalat, 5 % aus Calciumphosphat und 13 % aus Harnsäuresalzen.

Eine Sonderstellung haben Harnsteine aus Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat, 5 % aller Fälle): Diese Steine entstehen ausschließlich, wenn die Harnblase und/oder Niere mit Bakterien infiziert sind, die den Harnstoff des Urins zu Ammoniak zersetzen.

Harnsteine resultieren in der Regel aus einer ungünstigen Kombination von ererbten bzw. krankheitsbedingten Besonderheiten des Stoffwechsels, nicht optimaler Ernährung und zu geringer Flüssigkeitsaufnahme.

Blasensteine hängen zudem sehr häufig mit Blasenentleerungsstörungen – also mit Restharn in der Blase – zusammen und treten deshalb besonders oft bei älteren Männern mit gutartiger Prostatavergrößerung auf.

Macht ein Blasenstein Ärger, kann er nicht in der Blase bleiben. Wird der Stein – unterstützt durch viel Flüssigkeit und ein muskelrelaxierendes Medikament, das die Harnröhre entspannt – nicht spontan ausgeschieden, muss er zerkleinert und entfernt werden. Je nach Steingröße kann das endoskopisch durch die Harnröhre, durch extrakorporale Stoßwellenbehandlung oder in einem offenen Eingriff geschehen.

Mit der Entfernung ist es bei Blasensteinen nicht getan. Das Risiko, dass sich weitere Steine bilden, ist hoch, sofern die Probleme, die der Steinentstehung zugrunde lagen, nicht angegangen werden.

Viel trinken, Therapie der Blasenentleerungsstörung, bestimmte Ernährungsumstellungen und mehr Bewegung sind in vielen Fällen die wichtigste Vorbeugung. Zitrusfrüchte sind eine „Geheimwaffe“ im Kampf gegen calciumbasierte Harnsteine: Die enthaltene Zitronensäure erhöht die Kapazität des Urins, Calcium zu lösen.

Als urologische Fachärzte sind Dr. Armbruster und Dr. Gärtner mit der Diagnostik, Entfernung und Vorbeugung von Blasensteinen umfassend vertraut.

Häufig gestellte Fragen zu Blasensteinen

Die Beschwerden, die Blasensteine verursachen – wenn sie denn Beschwerden verursachen – sind eher unspezifisch, die sichere Diagnose ist daher nur mit bildgebenden Verfahren bzw. einer Blasenspiegelung möglich.

Deuten Schmerzen im Unterbauch, bei Männern auch im Penis, Probleme beim Urinieren (verzögert einsetzender, ungleichmäßiger oder unterbrochener Urinstrahl, unvollständige Blasenentleerung mit rasch wieder einsetzendem Harndrang) und/oder Blut im Urin auf einen möglichen Blasenstein hin, wird eine Untersuchung der Blase mit einem bildgebenden Verfahren durchgeführt.

In der Regel wird das eine Ultraschalluntersuchung sein. Alternativen zum Ultraschall sind Röntgenaufnahmen der Blase – am besten mit Kontrastmittel. Bei diagnostischer Unklarheit kann ein CT (Röntgen-Computertomogramm) auch kleine Blasensteine aufspüren. Eine Blasenspiegelung erlaubt ebenfalls eine genaue Beurteilung von Größe und Lokalisation der Steine.

Ultraschalluntersuchungen können Blasensteine völlig unabhängig von ihrer Zusammensetzung sichtbar machen. Klassische Röntgenaufnahmen sind dagegen nicht in der Lage, Harnsäuresteine zu detektieren. Allerdings werden auch mit Ultraschall nicht alle Blasensteine gefunden – kleine Steine entgehen den Untersuchern mitunter.

Bei kleineren Blasensteinen mit leichten Symptomen besteht die konservative Therapie darin, zunächst, wenn nötig, rezeptfreie Schmerzmittel und muskelrelaxierende Medikamente zur Entspannung der Harnwege zu geben und auf einen Spontanabgang des Steins zu warten.

Für Steine mit weniger als 5 Millimeter Durchmesser ist die spontane Ausscheidung im Laufe weniger Wochen wahrscheinlich. Bei größeren Steinen ist das nicht zu erwarten. In diesen Fällen (und auch, wenn kleine Steine erhebliche Beschwerden hervorrufen) wird aktiv interveniert.

Harnsäuresteine (zu erkennen daran, dass sie im Ultraschall zu sehen sind, aber auf Röntgenaufnahmen nicht) können durch Einnahme eines Medikaments chemisch aufgelöst werden.

Kleinere Steine jeder Zusammensetzung werden in der Regel endoskopisch durch die Harnröhre entfernt (transurethrale Lithotripsie): Dafür wird der Stein zertrümmert – entweder manuell mit einer Zange, durch eine elektrisch erzeugte Stoßwelle, durch Ultraschall oder durch Laser – und die Trümmer werden abgesaugt.

Größere Steine werden in der Regel mit der sogenannten extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie entfernt: Hier wird unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle außerhalb des Körpers eine auf den Blasenstein fokussierte Stoßwelle erzeugt, die den Stein so fein zermahlt, dass die Reste problemlos ausgeschieden oder wenigstens endoskopisch entfernt werden können.

In seltenen, schwierigen Fällen (z.B. wenn unklar ist, ob es sich um einen Blasenstein oder einen Tumor handelt) werden Blasensteine in einem offenen chirurgischen Eingriff entfernt.

Blasensteine entstehen, weil im Urin gelöste Substanzen auskristallisieren. Das passiert

  • wenn der Urin zu konzentriert ist, d.h. ungewöhnlich viel Calcium, Oxalsäure, Phosphat, Harnsäure oder andere Stoffe enthält – das kann ernährungsbedingt sein (Sie trinken zu wenig, Sie essen zu viel Fleisch und Milchprodukte und/oder Sie nehmen bestimmte Nahrungsergänzungsmittel – Calcium, Magnesium – in hohen Dosen ein) oder aufgrund von Stoffwechselerkrankungen auftreten 
  • wenn die Kapazität des Urins, diese Stoffe zu lösen, herabgesetzt ist (z.B. durch pH-Veränderungen)
  • wenn der Urin lange in der Blase „steht“ (bei Blasenentleerungsstörungen)
  • wenn sich Fremdkörper (in erster Linie Katheter) in der Blase befinden, die als sogenannte Kristallisationskeime wirken können

Bei Blasenentzündungen besteht in der Tat ein erfahrungsgemäß etwas erhöhtes Risiko, dass sich Blasensteine bilden. Umgekehrt ist bei Blasensteinen aber auch das Risiko von Blasenentzündungen erhöht, so dass hier nicht in jedem Fall ganz sicher ist, was als Ursache und was als Wirkung zu betrachten ist.

Eine bakterielle Infektion oder auch eine sterile Entzündung der Blase können den pH-Wert und die Zusammensetzung des Urins verändern und so das Auskristallisieren von Urinbestandteilen fördern.

Etwa 5 % aller Blasensteine sind sogenannte Struvit-Steine. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit einer Infektion der Blase mit bestimmten Harnstoff-zersetzenden Bakterien. Diese Bakterien sind jedoch wiederum nicht die typischen Auslöser von Blasenentzündungen.

Nein, Blasensteine müssen in der Regel nur entfernt werden, wenn sie Beschwerden verursachen. Bei asymptomatischen Blasensteinen besteht die Behandlung in der sogenannten aktiven Überwachung: So lange sich weiterhin keine Symptome zeigen, wird die Blase in der Regel jährlich mit einem bildgebenden Verfahren untersucht.

Währenddessen sollten Sie aber nicht so weitermachen wie bisher: Ein Blasenstein ist nicht zufällig entstanden, und er kann wachsen bzw. weitere Steine können entstehen, wenn die zugrundeliegenden Probleme nicht angegangen werden. Eine Blasenentleerungsstörung sollte untersucht und möglichst therapiert werden. Änderungen in den Lebensgewohnheiten (mehr trinken, bestimmte Ernährungsumstellungen) senken in der Regel das Blasensteinrisiko.

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