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Penisverkrümmung

Eine Penisverkrümmung ist eine erworbene oder angeborene Deformation des Penis, die sich im erigierten Zustand zeigt. Neben dem namensgebenden „Knick“ gehören dazu auch sanduhrförmige Einbuchtungen und flaschenhalsartige Verformungen des Penis.

Angeborene auffällige Krümmungen des Penis werden in der Regel durch asymmetrisch angelegte Schwellkörper verursacht. Sie sind mit keinerlei Krankheitsgeschehen verbunden, können eber bei sexuellen Aktivitäten hinderlich sein. Chirurgische Korrektur kann erwogen werden, das dabei auftretende Komplikationsrisiko ist jedoch nicht zu vernachlässigen.

Die erworbene Penisverkrümmung (der medizinische Fachbegriff dafür ist Induratio penis plastica oder IPP) ist dagegen eine meist in späteren Lebensjahren auftretende Erkrankung des Bindegewebes, das die Schwellkörper des Penis umhüllt. Der typische Patient ist zum Zeitpunkt der Diagnose zwischen 50 und 70 Jahre alt; jüngere Männer können jedoch ebenfalls betroffen sein. Mindestens 1 bis 3% der Männer leiden an einer mehr oder weniger ausgeprägten erworbenen Penisverkrümmung; die Dunkelziffer dürfte hoch sein, weil gerade ältere Betroffene das Problem häufig hinnehmen und keinen Urologen aufsuchen. Eine amerikanische Studie untersuchte die Teilnehmer einer breit angelegten Prostatakrebs-Screeninguntersuchung auf IPP-Symptome und wurde bei fast 9% der Männer fündig!

Der typische Krankheitsverlauf der Induratio penis plastica ist in der Regel zeitlich auf ein bis maximal drei Jahre begrenzt. Die Erkrankung beginnt mit einer als Verdickung tastbaren Entzündung der Bindegewebshülle der penilen Schwellkörper. Die Entzündung kann bei der Erektion erhebliche Schmerzen verursachen, der Penis ist aber typischerweise noch weitgehend gerade. Das akute Frühstadium geht allmählich in die spätere Phase der Erkrankung über: Entzündung und Schmerzen klingen ab, während das elastische Bindegewebe der Schwellkörperhülle an den betroffenen Stellen in derberes Narbengewebe umgewandelt wird. Dieses Narbengewebe zieht sich mit der Zeit zusammen und wird durch Kalkeinlagerungen weiter verfestigt. Die tastbaren Verdickungen sind nun deutlich kleiner, aber härter. Durch die Kontraktion und Verhärtung verliert die Schwellkörperhülle lokal an Elastizität, und das führt zur zunehmenden Krümmung bzw. Einschnürung und Verkürzung des erigierten Penis.

Bei den meisten Patienten endet die Erkrankung in diesem Stadium. Selten kann Jahre später noch ein zweiter entzündlicher Schub auftreten.

In etwa 10% der Fälle kommt es nach dem Akutstadium zur spontanen Rückbildung – das heißt, das Narbengewebe wird zumindest teilweise wieder durch funktionales Bindegewebe ersetzt. Bei den verbleibenden 90% der Betroffenen führt die Erkrankung zu deutlichen und bleibenden Deformationen des erigierten Penis.

Induratio penis plastica wird im entzündlichen Akutstadium generell zunächst mit Medikamenten behandelt, bei bereits etwas ausgeprägteren Verhärtungen auch per Injektion in den Penis. Die klassischen Therapieansätze (Potaba, Antioxidantien, evtl. Kortisoninjektionen) sind dabei allerdings nicht wirklich erfolgversprechend – in der Regel gelingt es nicht, die Verkrümmung zu verhindern. Die aktive Suche nach wirksameren Therapien wird daher fortgesetzt.

Neuere Behandlungsprotokolle umfassen unter anderem die Gabe der auch gegen erektile Dysfunktion wirksamen Durchblutungsförderer Tadalafil oder Sildenafil (aka Cialis und Viagra) in Kombination mit einer Art mechanischen Strecktherapie für den Penis. Anwender dieser Protokolle bescheinigen ihnen eine gute Wirksamkeit; jedoch fehlen aktuell noch größere, methodisch tadellose Studien zum Thema.

Chirurgische Korrekturen der Verkrümmung können erst erfolgen, wenn die Entzündung sicher zum Stillstand gekommen ist und die Deformation nicht mehr fortschreitet.

Die urologische Praxis von Dr. Armbruster und Dr. Gärtner in Kornwestheim ist Ihr Ansprechpartner, wenn es um die Diagnostik und Behandlung von Penisverkrümmungen geht.

Häufige Fragen

Als Penisverkrümmung wird eine angeborene oder erworbene, im erigierten Zustand erkennbare Krümmung bzw. Verformung des Penis bezeichnet, die über die normalen Variationen des Organs hinausgeht.

Aus rein medizinischer Sicht ist eine angeborene Penisverkrümmung nur dann behandlungsbedürftig, wenn aufgrund der Form des Glieds kein Geschlechtsverkehr möglich ist. Die meisten Urologen werden übereinstimmen, dass ein Knick von weniger als 30 Winkelgrad keine aus medizinischen Gründen behandlungswürdige Verkrümmung darstellt; Korrekturen solcher Verkrümmungen fallen in den Bereich der kosmetischen Chirurgie.

Eine erworbene, fortschreitende Penisverkrümmung (Induratio penis plastica) ist dagegen ein echtes Krankheitsgeschehen, bei dem die elastische Bindegewebshülle der Schwellkörper des Penis durch einen Entzündungsprozess in unelastisches Narbengewebe umgewandelt wird. Die tastbaren narbigen Plaques werden im Laufe der Zeit durch Kalkeinlagerungen zusätzlich verhärtet.

Im erigierten Zustand führen einseitige Plaques zur Krümmung des Penis, die in extremen Fällen bis über 90 Winkelgrad betragen kann. Am häufigsten werden Verkrümmungen nach oben beobachtet. Ebenfalls möglich sind sanduhrförmige Einschnürungen bzw. flaschenhalsartige Verjüngungen, begleitet von einer Verkürzung des erigierten Penis.

Angeborene Penisverkrümmungen sind das Resultat asymmetrisch angelegter Schwellkörper – hier ist es während der Embryonalentwicklung zu mehr oder weniger ausgeprägten Abweichungen gekommen.

Wie genau erworbene Penisverkrümmungen entstehen, ist nicht im Detail geklärt. Zu Beginn der Erkrankung tritt im die Schwellkörper des Penis umgebenden Bindegewebe eine Entzündung auf. Diese dürfte in vielen Fällen ursprünglich die normale Reaktion auf kleine, wahrscheinlich bei sexuellen Aktivitäten entstandene Rissverletzungen gewesen sein, weist aber eine abnorme Heftigkeit auf. Verstärkt werden könnte die Entzündungsreaktion durch eine angeborene entsprechende Neigung (etwa 30% der Patienten weisen auch an den Händen typische Bindegewebskontrakturen auf) sowie durch bestimmte Stoffwechselprobleme. Diabetespatienten sind unter den Männern mit Penisverkrümmung überdurchschnittlich häufig vertreten.

In der akuten, entzündlichen Phase kann eine frühzeitig begonnene medikamentöse Behandlung den Krankheitsverlauf der Induratio penis plastica günstig beeinflussen.

Traditionell wurden in erster Linie das Medikament Potaba und/oder Antioxidantien (Vitamin E, Carnithin) verordnet, um Entzündung und Narbenbildung einzudämmen. Die Erfolgsaussichten dieser Mittel sind jedoch gering: In Studien wurden zwar gewisse Effekte auf die Größe der Plaques und die begleitenden Schmerzen demonstriert, letztlich wird die resultierende Verkrümmung des Penis jedoch kaum verringert. Seit einigen Jahren gibt es ermutigende Erfahrungen mit niedrig dosierten PDE-5-Hemmern. Diese Wirkstoffe (unter anderem Tadalafil, Handelsname z. B. Cialis) verbessern die Durchblutung des Penis und kommen auch bei erektiler Dysfunktion zum Einsatz.

Viele Spezialisten empfehlen zusätzlich zur medikamentösen Behandlung im frühen Stadium der Erkrankung eine Art Physiotherapie für den Penis, die der Verkrümmung entgegenwirken soll. Dazu gehören tägliche manuelle Streck- und Biegeübungen und/oder die Anwendung von Streckapparaten bzw. Vakuumpumpen.

Sogenannte intraläsionale Injektionen bringen Wirkstoffe per Injektion direkt in die Plaques ein. Injiziert werden können unter anderem Kortison und Interferon, die die Entzündungsreaktion eindämmen bzw. modulieren sollen. In den USA sind Injektionen mit mikrobieller Kollagenase (lockert das Narbengewebe auf) eine der wichtigsten modernen IPP-Therapieoptionen; in Deutschland ist das entsprechende Präparat (Xiaflex bzw. Xiapex) allerdings nicht erhältlich.

Bereits verkalkte Plaques können mittels extrakorporaler Stoßwellentherapie zerstört werden. Dazu wird eine starke Druckwelle durch die Haut direkt auf die Verhärtung fokussiert.

Eine operative Korrektur des verkrümmten Penis kommt erst in der späten, stabilen Phase der Erkrankung infrage: Es sollten mindestens sechs Monate ohne weitere Progression vergangen sein. Wird die Deformation korrigiert, indem aus der Schwellkörperumhüllung Gewebe entfernt bzw. „eingefaltet“ wird, resultiert eine Verkürzung des erigierten Penis. Eine alternative Technik ersetzt das Narbengewebe durch ein natürliches oder künstliches Bindegewebstransplantat. Hier müssen weniger offensichtliche Verkürzungen hingenommen werden, dafür treten nach diesem Typ von Eingriff häufiger Erektionsstörungen auf.

Schwierigkeiten beim Urinieren machen erworbene Penisverkrümmungen eigentlich nie. Dagegen tritt die Erkrankung nicht selten zusammen mit erektiler Dysfunktion auf: Insbesondere der oberhalb der Verkrümmung/Verengung liegende Teil des Penis büßt aufgrund von Durchblutungsstörungen mitunter deutlich an Erektionsvermögen ein.

Die Schmerzen und Missempfindungen, die in der Akutphase der Erkrankung während der Erektion auftreten, sowie die eventuell durch die funktionalen Beeinträchtigungen ausgelösten psychischen Probleme können die Erektionsfähigkeit zusätzlich einschränken.

Eine angeborene Penisverkrümmung führt dagegen in der Regel nicht primär zu Erektionsproblemen. Sie schränkt die Funktion des Organs allerdings insofern ein, dass starke Verkrümmungen den penetrierenden Geschlechtsverkehr (für beide Partner) erschweren, schmerzhaft oder sogar unmöglich machen können. Beeinträchtigt das die Psyche, sind Rückwirkungen auf das Erektionsvermögen möglich.

Die Induratio penis plastica kann im frühen, entzündlichen Stadium erhebliche Schmerzen bei der Erektion und beim Geschlechtsverkehr verursachen. Mit dem Abklingen der Entzündung (also sobald das entzündete Bindegewebe durch Narbengewebe ersetzt ist) verschwinden auch die Schmerzen. Das ist bei unbehandelten Penisverkrümmungen in der Regel nach etwa einem Jahr, spätestens drei Jahre nach dem Auftreten der ersten Symptome der Fall.

Eine angeborene Penisverkrümmung führt dagegen nicht zu Schmerzen bei der Erektion. Ob beim Geschlechtsverkehr Probleme und Beschwerden auftreten, hängt vom Grad der Verkrümmung ab.

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