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Prostatitis / Prostataschmerzen

Die Prostatitis (Prostataentzündung) ist für Männer ungefähr das, was Blasenentzündungen für Frauen sind: eine eigentlich simple Erkrankung, die sich bei manchen Betroffenen zu einer hartnäckigen, immer wieder aufflammenden, sehr belastenden und überraschend schwierig in den Griff zu bekommenden Schmerzsymptomatik, dem Prostata-Schmerzsyndrom, entwickelt.

Prostataschmerzen durch eine langwierige Prostatitis sind eine der häufigsten urologischen Diagnosen, es gibt sogar Schätzungen, denen zufolge jeder zweite Mann irgendwann in seinem Leben daran leidet.

Die Prostata sitzt kurz unterhalb der Harnblase und „umarmt“ den obersten Teil der Harnröhre. Als Drüse, die Bestandteile des Ejakulats produziert, hat sie nicht nur einen, sondern sogar mehrere Ausgänge in die Harnröhre. Auf diesem Wege erfolgt im Fall der Prostatitis dann auch die bakterielle Infektion. Wie auch bei der Blasenentzündung ist die akute Form der Prostatitis erst einmal keine große Sache: Die Infektion lässt sich mit einem Antibiotikum in vielen Fällen vollständig auskurieren.

Wichtigster Bestandteil der Diagnostik bei Verdacht auf Prostatitis ist neben der über den Anus erfolgenden Tastuntersuchung der Prostata eine spezielle Urinprobe, bei der eventuell bis zu vier Auffanggefäße benutzt werden,  mindestens jedoch ein Gefäß für den Mittelstrahlurin und eins für den Urin, der im Anschluss an eine leichte Prostatamassage abgegeben wird – er enthält Sekret der Prostata, in dem bei einer Prostatitis in jedem Fall erhöhte Mengen weißer Blutkörperchen und bei bakterieller Infektion auch Bakterien nachgewiesen werden können. Eventuell werden auch eine Untersuchung des Urinflusses (der Urinstrahl ist bei Prostatitis häufig dünn oder unterbrochen) und eine Blutuntersuchung durchgeführt, bei der speziell das prostataspezifische Antigen (PSA) bestimmt wird, dessen Spiegel bei einer Prostatitis erhöht ist. Bei chronischer Prostatitis gehört eine Ultraschalluntersuchung des Unterbauchs ebenfalls zur sinnvollen Diagnostik.

Eine akute bakterielle Prostatitis verursacht erhebliche Schmerzen im Bereich von Prostata und Damm, die in den Penis, in die Hoden und in die Anal- und Leistenregion ausstrahlen. Beim Urinieren – der Harndrang ist stark erhöht – und beim Stuhlgang verstärkt sich der Schmerz, und mitunter kommt auch Harnverhalt hinzu, weil die geschwollene Prostata auf die Harnröhre drückt. Weiterhin treten die klassischen Symptome eines Infekts, Fieber und starke Abgeschlagenheit, auf. Zu den möglichen Erregern einer infektiösen Prostatitis gehören neben Darmbakterien wie E. Coli auch Chlamydien und andere sexuell übertragbare Keime.

Die akute bakterielle Prostatitis wird mit Antibiotika behandelt. Auch einige Tage Bettruhe sind zu empfehlen: Dass Sie sich richtig auskurieren, ist bei der Prostatitis enorm wichtig, um Rückfällen bzw. einer Chronifizierung vorzubeugen.

Wie und warum aus einer akuten eine chronische Prostatitis wird, ist genauso unvollständig verstanden wie bei der Blasenentzündung. Bakterien, die sich so gut „verschanzt“ haben, dass die Antibiotikabehandlung ihnen nicht wesentlich schadet, oder auch antibiotikaresistente Bakterien mögen hier eine Rolle spielen, vielleicht auch eine Neigung zu Neuinfektionen aufgrund anatomischer Besonderheiten bzw. bestehender Harnabflussstörungen. Die häufigste Form der chronischen Prostatitis ist allerdings abakteriell – zumindest lassen sich bei den Betroffenen keine verantwortlichen Erreger nachweisen. Hier hat sich die Entzündungs- und/oder die Schmerzreaktion zum Prostata-Schmerzsyndrom (früher als Prostatodynie bezeichnet) verselbständigt.

Weiterhin können Prostatasteine eine Rolle spielen: Diese harten Ablagerungen aus Prostatasekret und evtl. Urinbestandteilen können Bakterien antibiotikasicheren „Unterschlupf“ bieten und so chronische Infektionen fördern und manchmal verursachen sie auch selbst Schmerzen und Entzündungen.

Die chronische Prostatitis ist weniger schmerzhaft als die akute, bereitet dafür aber konstante, Beschwerden: diffuse Schmerzen, Beschwerden beim Wasserlassen und – charakteristisches Symptom der Prostatitis – stechende Schmerzen beim Ejakulieren. Als chronisch wird die Symptomatik bezeichnet, wenn die Prostatabeschwerden bereits länger als drei Monate anhalten.

Die chronische abakterielle Prostatitis wird in der Regel mit Schmerzmitteln (aufgrund der Nebenwirkungen nichtsteroidaler Antirheumatika/der Nebenwirkungen und des Abhängigkeitspotentials von Opioiden sicherlich keine Dauerlösung) und Muskelrelaxantien (sogenannte Alphablocker) behandelt. Auch testosteron-senkende Medikamente (Alpha-Reduktasehemmer) können Prostatabeschwerden lindern. Manchmal wird trotz negativem Erregernachweis versuchsweise antibiotisch behandelt – dass das tatsächlich einen Nutzen hat, ist allerdings nicht nachgewiesen. Komplementäre Therapien (pflanzliche Mittel, Akupunktur, Magnetwellentherapie, Homöopathie) sowie Sitzbäder, Beckenboden- und Entspannungsübungen kommen beim Management der chronischen Prostatitis ebenfalls zum Einsatz.

Bei schwerer Symptomatik und Nichtansprechen auf alle Therapieversuche kann eine chirurgische Entfernung von Teilen der Prostata erwogen werden.

Die urologische Praxis von Dr. Armbruster und Dr. Gärtner in Kornwestheim ist mit der Diagnostik und Behandlung von Prostataschmerzen/Prostatitis umfassend vertraut.

 

 

Häufige Fragen

Eine Operation – mit anderen Worten: die chirurgische Entfernung von Teilen der Prostata – kommt bei der Behandlung von Prostataschmerzen/Prostatitis nur sehr selten zum Einsatz.

In bestimmten schweren und therapieresistenten Fällen chronischer Prostatitis, insbesondere, wenn zusätzlich Prostatasteine diagnostiziert wurden, kann eine Operation jedoch in Betracht gezogen werden. In diesen Fällen werden Teile der Prostata scheibchenweise durch die Harnröhre  hindurch entfernt (transurethrale Resektion der Prostata, TURP).

Ja, eine Prostatitis ist immer mit Schmerzen verbunden. Die Schmerzen bei der akuten bakteriellen Prostatitis sind erheblich, sie werden im Bereich von Damm und Anus gespürt und können entlang der Harnröhre in den Penis sowie in den Hodensack und in die Leisten ausstrahlen. Beim Urinieren und beim Stuhlgang verstärkt sich der Schmerz, da die Passage von Urin und Stuhl Druck auf die geschwollene Prostata ausübt.

Eine chronische Prostatitis verursacht in der Regel weniger starke, aber ebenfalls deutliche Schmerzen. Typisch sind Schmerzen beim Ejakulieren (diese würden bei der akuten Prostatitis wohl auch auftreten, aber die Betroffenen fühlen sich  in der Regel zu krank, um sexuell aktiv zu sein).

Die Prostata wird auf dem Weg über den Enddarm abgetastet. Für die sogenannte digital-rektale Untersuchung (DRU) benutzt der Urologe seinen behandschuhten Finger und Gleitmittel. Die Prostata ist auf der der Körpervorderseite zugewandten Seite durch die Wand des Enddarms direkt tastbar. Die Untersuchung ist etwas unangenehm, bei nicht entzündeter Prostata jedoch nicht schmerzhaft. Ist die Prostata entzündet, reagiert sie allerdings empfindlich auf Druck und das Abtasten verursacht Schmerzen.

Wenn Sie an Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl und den beschriebenen Schmerzen im Bereich der Prostata leiden, sollten Sie umgehend den Hausarzt oder direkt den Urologen aufsuchen. Sehr wahrscheinlich muss baldigst eine antibiotische Behandlung der akuten bakteriellen Prostatitis in die Wege geleitet werden.

Auch mit chronischen Prostatabeschwerden sollten Sie sich auf jeden Fall einem Urologen zur Abklärung vorstellen.

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