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Blasenkrebs-Vorsorge

Über Blasenkrebs

Das Harnblasenkarzinom ist einer der häufigeren Tumore – bei Männern der vierthäufigste, bei Frauen der zehnthäufigste. 2014 – das jüngste Jahr, für das entsprechende Daten vorliegen – gab es in Deutschland - alle Typen von Blasenkrebs eingerechnet - etwas weniger als 30.000 Neuerkrankungen. Das mittlere Alter bei der Diagnosestellung betrug 2014 bei Männern 74 und bei Frauen 76 Jahre.

Wie viele andere Tumoren bleiben auch Harnblasenkarzinome in ihrer Entwicklung längere Zeit weitestgehend asymptomatisch bzw. zeigen lediglich Symptome, die leicht übersehen oder als Anzeichen harmloser Erkrankungen fehlgedeutet werden können. Wenn sich deutliche Symptome zeigen, befindet sich der Tumor meist bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und hat eventuell sogar schon Metastasen gebildet. Je später die Behandlung beginnt, desto ungünstiger ist die Prognose der Erkrankung.

Vorsorgemöglichkeiten für Blasenkrebs

Der Gedanke, Krebserkrankungen durch Vorsorgeuntersuchungen im Frühstadium erkennen und therapieren zu können, ist deshalb sehr reizvoll. Es gibt eine Reihe von Urin-Schnelltests und Laboruntersuchungen, die Blasenkrebs im Frühstadium erkennen können.

Hundertprozentig zuverlässig sind diese Methoden allerdings nicht – das schließt falsch positive ebenso wie falsch negative Resultate ein. Indem gleichzeitig zwei unterschiedliche Tests durchgeführt werden, lässt sich die Aussagekraft der Resultate erhöhen.

Dennoch herrscht in der 2016 von der Deutschen Gesellschaft für Urologie zusammengestellten medizinischen Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms Expertenkonsens darüber, dass die zum aktuellen Zeitpunkt verfügbaren Blasenkrebs-Vorsorgeuntersuchungen bei symptomfreien Patienten nicht als Bestandteil einer wirtschaftlichen und evidenzbasierten medizinischen Versorgung anerkannt werden – nicht einmal bei Risikogruppen.

Das heißt, diese Untersuchungen werden von den Krankenkassen nicht finanziert.

Sinnhaftigkeit von Vorsorgemöglichkeiten

Die Auffassung der Experten der Gesellschaft stützt sich auf Studien zur relativen Unzuverlässigkeit der verschiedenen Testmethoden. Gerade falsch positive Testergebnisse werden in diesem Zusammenhang als problematisch angesehen: Die Ausgaben, die das Gesundheitssystem durch Früherkennung einiger Tumorfälle bei der Behandlung dieser Patienten einspart, werden durch die Kosten für im Prinzip unnötige Untersuchungen (z.B. Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen, Blasenspiegelung), die aufgrund falsch positiver Testergebnisse durchgeführt werden, mehr als aufgewogen.

Abgesehen von diesem wirtschaftlichen Argument gibt es noch das Risikoargument: Auch harmlose diagnostische Untersuchungen (wie etwa eine Blasenspiegelung oder Röntgen) haben ein, wenn auch vielleicht nur winziges, Komplikationsrisiko.

Wenn nun diese Untersuchungen bei sehr vielen Patienten im Prinzip unnötig durchgeführt werden, werden möglicherweise genauso viele Patienten Opfer solcher unwahrscheinlichen Komplikationen wie auf der anderen Seite Patienten von der tatsächliche Früherkennung einer ebenfalls unwahrscheinlichen Tumorerkrankung profitieren.

Auch die psychische Belastung durch ein falsch positives Resultat ist nicht zu unterschätzen: Die Entwarnung kommt schließlich in der Regel nicht sofort, sondern erst nach weiteren Untersuchungen, für die nicht immer gleich ein Termin verfügbar ist.

Soweit die Experten. Aber: Es ist Ihr Körper. Und deshalb haben Sie als Patient die verbriefte Freiheit, sich über alle wirtschaftlich und risikorechnerisch motivierten Empfehlungen hinwegzusetzen. Wenn Sie eine Blasenkrebs-Vorsorgeuntersuchung für sich persönlich für sinnvoll erachten, dann können Sie diese – auf eigene Kosten – durchführen lassen.

Wann man zur Vorsorge sollte

Wenn Sie älter als 50 sind, starker Raucher oder beruflich jahrelang mit bestimmten Chemikalien zu tun hatten oder haben, besteht - darüber sind sich auch die Experten komplett einig - ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko. Eine Vorsorgeuntersuchung kann Ihnen diesbezügliche Sorgen nehmen bzw. helfen, den Krebs im Frühstadium zu diagnostizieren.

Die urologische Praxis von Dr. Armbruster und Dr. Gärtner in Kornwestheim bietet Blasenkrebs-Vorsorge als individuelle Gesundheitsleistung an, und wir beraten Sie gern zum Thema.

Häufig gestellte Fragen zur Blasenkrebsvorsorge

Sicher erkennen lässt sich Blasenkrebs durch eine endoskopische Untersuchung der Harnblase (Harnblasenspiegelung), bei der ein dünner Schlauch mit Minikamera und Beleuchtung durch die Harnröhre in die Harnblase eingeführt wird. 

Der Urologe wird das Innere der Harnblase inspizieren, Proben verdächtigen Gewebes entnehmen und im Labor mikroskopisch untersuchen lassen. Eine solche Untersuchung wird aber nur bei begründetem Verdacht auf ein Krankheitsgeschehen vorgenommen.

Im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen werden in der Regel Urintests durchgeführt. Dazu gehört der bekannte einfache Urinteststreifen (Urinstix), der unter anderem den Nachweis von Blut erlaubt. Für sich allein hat dieser aber natürlich kaum Aussagekraft, da Blut im Urin in der überwältigenden Mehrzahl der Fälle nicht durch einen Tumor, sondern durch Harnwegsinfekte verursacht wird.

Speziell für die Blasenkrebs-Früherkennung entwickelte Schnelltests weisen bestimmte Proteine im Urin nach, die von Krebszellen verstärkt produziert werden. Zu diesen Tests gehören der NMP22 BladderChek, der UBC-Rapid und der BTAStat. Die Ergebnisse dieser Tests liegen nach fünf (BTAStat), zehn (UBC-Rapid) bzw. 30 Minuten (NMP22) vor.

Zu den im Labor durchgeführten Früherkennungsuntersuchungen für Blasenkrebs gehören die Urinzytologie (mikroskopische Untersuchung von abgeschilferten Blasenwand-Zellen im Urin) und der Urovysion-FISH (molekularbiologischer Test der zellulären Urinbestandteile auf genetische Veränderungen, wie sie für Tumorzellen typisch sind). Die Ergebnisse der Labortests können am nächsten Tag vorliegen, üblicherweise jedoch erst nach einigen Tagen.

Auffällige Testergebnisse sind kein Tumornachweis, erst die weitere Diagnostik bringt Gewissheit.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Blasenkrebs-Früherkennung bei symptomfreien Patienten nicht. Auch in den Basistarifen der privaten Krankenkassen ist die Blasenkrebs-Vorsorge nicht enthalten. Aber natürlich bieten private Versicherungen erweiterte Tarife und Zusatzprogramme an, die dann auch Vorsorgeuntersuchungen finanzieren.

Wird bei Ihnen dagegen eine chronische Mikrohämaturie (bei mehrfachen Untersuchungen immer wieder kleine Blutspuren im Urin) oder eine Makrohämaturie (Blut im Urin) diagnostiziert, liegen ein abzuklärender Tastbefund oder unklare Beschwerden beim Wasserlassen vor, wird die nach dem Ermessen des Urologen angeordnete Diagnostik, zu der insbesondere auch eine Urinzytologie gehören kann, selbstverständlich von den Kassen getragen. Gleiches gilt für die Nachsorge bei Blasenkrebs-Patienten.

Urin-Schnelltests wie der NMP22-Test oder der UBC Rapid-Test kosten in der Regel nicht mehr als 50 Euro. Die Kosten für eine Urinzytologie belaufen sich typischerweise auf knapp 20 Euro. Ein Urovysion-FISH-Test kostet als Privatleistung etwa 250 Euro.

Zur Blasenkrebs-Vorsorge gehören eine Tastuntersuchung des Urogenitaltrakts und in der Regel mehrere Urinuntersuchungen (Urinstix, Tumormarker-Schnelltest und Labortest). Optional ist eine Ultraschalluntersuchung der Blase und der Nieren. Für die Urinabgabe verwenden Sie einen Becher, den man Ihnen in der Praxis aushändigt.

Untersuchungen zur Blasenkrebsfrüherkennung können für Menschen sinnvoll sein, die

  • über 50 Jahre alt sind
  • Raucher sind oder waren, oder als Nichtraucher in einem starken Raucherhaushalt leben
  • beruflich mit Farbstoffen, Lösungsmitteln, Gummi und/oder Gerbstoffen zu tun haben oder hatten: sogenannte aromatische Amine und Azofarbstoffe erhöhen das Blasenkrebsrisiko; neben Beschäftigten der chemischen Industrie und Handwerkern unterschiedlicher Gewerke kann das beispielsweise auch Friseure und Reinigungskräfte betreffen
  • an chronischer Blasenentzündung leiden
  • aufgrund anderer Tumorerkrankungen mit Strahlentherapie im Bereich des Beckens oder mit Zytostatika behandelt wurden

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