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Krebsvorsorge beim Mann

Ein wichtiger Schwerpunkt der Krebsvorsorge beim Mann liegt im urologischen Bereich. Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor bei Männern – mit rund 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr hat es einen Anteil von fast 25% an den bei Männern diagnostizierten Krebserkrankungen. Die sogenannten urologischen Tumoren machen zusammen laut Statistik der Deutschen Krebsgesellschaft einen Anteil von rund 34 Prozent aus. Neben dem Prostatakarzinom gehören dazu Harnblasentumoren mit rund 5%, Nierentumoren mit rund 2,5%, Hodentumoren mit rund 1,5% sowie der seltene Harnröhrentumor und der Peniskrebs mit deutlich unter 1% der Neuerkrankungen.

Tumorerkrankungen lösen im frühen Stadium in der Regel keine oder nur unspezifische, leicht zu übersehende Symptome aus. Ihre Behandlung aber ist im Frühstadium meist einfacher und vor allem erfolgversprechender als im fortgeschrittenen Stadium. Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen die frühzeitige Diagnose der Erkrankung, bevor Wachstum des Tumors und Metastasenbildung die Erfolgsaussichten einer Behandlung einschränken.

Vorsorgeuntersuchungen sind diagnostische Untersuchungen, die bei beschwerdefreien Patienten durchgeführt werden. Im urologischen Bereich finanzieren die gesetzlichen Krankenkassen für Männer ab dem 45. Lebensjahr ein kostenloses jährliches, in erster Linie auf die Diagnose von Prostatakrebs ausgerichtetes Screening, zu dem neben dem Anamnesegespräch eine Tastuntersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane und der dazugehörigen Lymphknoten gehört.

Alle weiteren prophylaktischen Untersuchungen im Rahmen der urologischen Krebsvorsorge sind ausnahmslos individuelle Gesundheitsleistungen, das heißt, sie müssen von gesetzlich Versicherten selbst gezahlt werden. Private Krankenversicherungen bzw. Zusatzversicherungen übernehmen oft weitere Leistungen, dies hängt jedoch vom konkreten Versicherungsplan ab.

Zu den weiterführenden Vorsorgeuntersuchungen gehören

  • der PSA-Test – eine Untersuchung, die den Blutspiegel eines speziellen Proteins bestimmt, das in der Prostata gebildet und von entarteten Prostatazellen um ein vielfaches verstärkt ausgeschüttet wird
  • eine Ultraschalluntersuchung der Prostata – sie liefert zwar keinen Hinweis auf Prostatakrebs, kann jedoch die Größe der Prostata bestimmen und damit bei der Interpretation der Ergebnisse des PSA-Tests helfen
  • ein einfacher Urintest (weist Blut und Entzündungssymptome im Urin nach) und eine Urinzytologie – eine mikroskopische Untersuchung des Urins auf verdächtig aussehende abgeschilferte Zellen aus den Harnwegen
  • eine Ultraschalluntersuchung von Harnblase, Harnröhre und Niere

Labortests, die weitere sogenannte Tumormarker im Blut bzw. im Urin bestimmen, können ebenfalls durchgeführt werden. Aktuell werden diese Tests allerdings normalerweise nur eingesetzt, wenn zuvor durchgeführte Untersuchungen Verdachtsmomente ergeben haben.

Bisher gilt der Nachweis, dass routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen die Sterblichkeit infolge urologischer Tumorerkrankungen senken, nur für das beschriebene Prostatakrebs-Screening als erbracht, nicht aber z.B. für den ergänzenden PSA-Test. Ein kritischer Punkt sind die sogenannten Überdiagnosen (sie spielen vor allem beim Prostatakarzinom eine Rolle): So bezeichnet man das Aufspüren kleiner, langsam wachsender Tumoren, die während der Lebenszeit der Patienten wahrscheinlich nie in ein symptomatisches Stadium gekommen wären. Sobald sie von der Diagnose wissen, entscheiden sich die meisten Patienten verständlicherweise auch bei kleinen Tumoren für die weiterführende Diagnostik und die chirurgische, chemotherapeutische oder strahlentherapeutische Behandlung. Aus Furcht vor dem (in diesen Fällen geringeren) Risiko der Tumorerkrankung nehmen sie damit ein nicht unerhebliches Behandlungsrisiko in Kauf.

Trotzdem können Sie diese Untersuchungen selbstverständlich auf eigene Kosten durchführen lassen, wenn Ihnen und/oder Ihrem Urologen das sinnvoll erscheint. In erster Linie wird das dann der Fall sein, wenn bei Ihnen aus einem der folgenden Gründe ein erhöhtes Tumorrisiko vorliegt:

  • Sie sind älter als 45 Jahre.
  • Sie sind starker Raucher oder waren es über längere Zeit.
  • Sie sind familiär vorbelastet (d.h. bei Verwandten sind Tumorerkrankungen aufgetreten).
  • Sie leiden an bestimmten Vorerkrankungen (dazu gehören chronische Harnblaseninfektionen, Nierenzysten und chronische Niereninsuffizienz).
  • Sie haben längerfristig einige wenige bestimmte Medikamente eingenommen (dazu gehört das Zytostatikum Cyclophosphamid).
  • Sie haben oder hatten beruflich jahrelang mit Farben und Lacken, Lösungsmitteln, Gerbstoffen oder Asbest zu tun; auch Beschäftigte der petrochemischen oder Gummiindustrie haben ein erhöhtes Risiko urologischer Tumoren.

Für jeden Mann ab 45 empfiehlt sich ein Beratungsgespräch beim Urologen zum Thema Krebsvorsorge. Die urologische Praxis von Dr. Armbruster und Dr. Gärtner in Kornwestheim bietet diesen Beratungsservice an. Wir führen das von den gesetzlichen Krankenversicherungen finanzierte und empfohlene Prostatakrebs-Screening ebenso durch wie zahlreiche zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen

Häufige Fragen

Zur Krebsvorsorge im urologischen Bereich gehört beim Mann in erster Linie das jährliche Früherkennungs-Screening, das die gesetzlichen Krankenkassen für alle Männer über 45 finanzieren. Diese Untersuchung umfasst neben einem Anamnese- und Beratungsgespräch eine Tastuntersuchung der Prostata (die sogenannte digital-rektale Untersuchung wird mit dem Finger vom Enddarm aus durchgeführt), das Abtasten der Lymphknoten in der Leistenbeuge sowie eine Untersuchung von Hoden und Penis. In diesem Rahmen können Prostatakrebs sowie die seltenen Krebsarten Hodenkrebs und Peniskrebs entdeckt werden.

Bei Männern im Alter von etwa 20 bis 40 Jahren empfehlen Urologen regelmäßige Tastuntersuchungen der Hoden: Hodenkrebs tritt schwerpunktmäßig in dieser Altersgruppe auf und lässt sich als knotige Verhärtung oder Schwellung problemlos ertasten. Die Untersuchung können (und sollten) Sie selbst zu Hause etwa halbjährlich vornehmen.

Weitere Untersuchungen gehören nicht zwingend zur Krebsvorsorge beim Mann, können jedoch auf eigene Kosten beim Urologen durchgeführt werden. Die Prostatakrebsvorsorge kann durch den PSA-Test (ein Bluttest, bei dem der Spiegel eines von der Prostata produzierten Eiweißes gemessen wird) und eine Ultraschalluntersuchung der Prostata ergänzt werden. Die als individuelle Gesundheitsleistung angebotene Blasen- und Nierenkrebsvorsorge umfasst in der Regel eine Urinzytologie und eine Ultraschalluntersuchung der Harnwege.

Für die Krebsvorsorge im urologischen Bereich (in erster Linie Prostata-, Harnblasen-, Nieren- und Hodenkrebs) sind Sie grundsätzlich beim Urologen am besten aufgehoben. Auch einige Hausärzte und Internisten bieten das Prostatakrebs-Screening an, werden Sie bei unklaren oder verdächtigen Befunden jedoch ebenfalls zum Urologen überweisen. 

Für die meisten urologischen Krebsarten liegt das Alter, in dem Sie sinnvollerweise mit der Krebsvorsorge beginnen sollten, bei 45 bis 50 Jahren. Individuelle Faktoren können Ihr Tumorrisiko beeinflussen; ein Beratungsgespräch beim Urologen ist daher für jeden Mann ab etwa 45 sinnvoll – und bei familiärer Vorbelastung oder anderweitig erhöhtem Tumorrisiko auch mit 40 nicht zu früh.

Eine Ausnahme bildet der Hodenkrebs: Dieser seltene Tumor tritt überwiegend bei jüngeren Männern auf. Der Schwerpunkt der Krebsvorsorge liegt hier im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Das jährliche Prostatakrebs-Screening ist für Männer ab 45 Jahren kostenlos.

Für individuelle Gesundheitsleistungen im Bereich Krebsvorsorge müssen Sie mit Kosten von etwa 20 Euro für eine Urinzytologie (Hinweise auf Harnblasen- und Nierenkrebs), etwa 30 Euro für einen PSA-Test (Hinweise auf Prostatakrebs) und um die 100 Euro für eine Ultraschalluntersuchung (Harnwege, Prostata; Kosten können je nach untersuchtem Organ variieren) rechnen. Spezielle Blut- und Urintests, mit denen bestimmte Tumormarker nachgewiesen werden können, kosten in der Regel um die 50 Euro, in Einzelfällen aber auch weit mehr.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen finanzieren für Männer ab 45 Jahren eine Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung pro Jahr. Jährliche Vorsorgetermine sind also grundsätzlich sinnvoll; weiteres klärt ein Beratungsgespräch beim Urologen.

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